Kevelaer Wallfahrt der Pfarrgemeinde St. Bartholomäus vom 02. bis 04. August

Kevelaer (c) Peter Peters
Kevelaer
Fr 4. Okt 2019
Tanja Bruckes

 

„Herr, wohin sollen wir gehen“ – was für eine Frage, nach Kevelaer natürlich!

Wie sollte ich meiner Freundin authentisch klar machen, was auf sie zukommt und warum sie unbedingt einmal – nur einmal – mit nach Kevelaer gehen muss? Gott sei Dank war nicht viel Überzeugungsarbeit nötig und sie meldete sich recht spontan für die Pilgerreise an. Natürlich habe ich sie im Vorfeld über die wichtigsten Dinge informiert: Welche Sachen müssen in welche Tasche; wie müssen die Füße präpariert werden, um das Blasenrisiko zu minimieren; wichtige Utensilien, die nicht fehlen dürfen: Blasenpflaster, Magnesium, Schokolade, Sonnencreme…; und natürlich auch über den Ablauf unterwegs und vor Ort in Kevelaer.

 

Kevelaer (c) Dirk Zilz
Kevelaer

Gesagt, gepackt – mehrfach umgepackt – und los: am Freitagmorgen holten wir uns um 5.00 Uhr in der Pfarrkirche den Reisesegen von Pastor Schweikert ab und machten uns auf den Weg.
Mit der Frage „Wie läuft’s?“, die sich Fußpilger sehr gerne stellen, stiegen wir am Wegkreuz in Leuth thematisch in die Meditationen und Fürbitten ein. Meine Freundin erhielt ihre „Pilgerutensilien“ (Pilgerkreuz und Pilgerheft) und fühlte sich nun auch als eine richtige Pilgerschwester. Der Tag ging, so die weitläufige Meinung der Pilgerschar, erstaunlich schnell um. Bis auf ein Gewitter kurz vor Lüllingen, verlief unsere Pilgerreise auf dem Weg nach Kevelaer ohne größere Zwischenfälle, so dass wir gegen 18.00 Uhr unser Ziel erreichten.
Kurz frisch gemacht und in bequemen Latschen ging es zunächst zum Abendessen und anschließend zur Vesper in die Kapelle des Priesterhauses, die wir gemeinsam mit den Radpilgern feierten. Auf dem Weg wurden wir gebeten, einen Gegenstand mitzunehmen, der symbolisch für etwas steht, das uns persönlich belastet. Im Rahmen der Vesper gab es die Möglichkeit, diesen „Ballast abzuwerfen“. Schon fast traditionell - auch darüber hatte ich meine Freundin natürlich informiert - endete der Abend, für die einen früher, für die anderen später, feuchtfröhlich im „Alt Derp“.

Der Samstag begann zunächst mit der heiligen Messe in St. Antonius, zu der auch viele Pfarrangehörige, Vertreter der Bruderschaften und der Kirchenchor anreisten. Nach dem Kreuzweg am Nachmittag und der Verabschiedung der Radpilger verbrachten wir noch einen gemütlichen Abend.

Sonntag 4.20 Uhr – raus aus den Federn, rein in die Schuhe: Heute gehen wir nach Hause. Gemeinsam mit unseren Pilgerfreunden aus Amern erhielten wir den Reisesegen in der Kerzenkapelle – in diesem Jahr zum ersten Mal von Pastor Schweikert. Dieser hielt die Messe unter erschwerten Bedingungen, denn er hatte laut eigener Aussage am Morgen seine Brille „gefreckt“ und das Ersatzmodell hielt nicht das, was es versprach.

Die Verzögerung vom Morgen konnten wir trotz mehrfacher Mahnung (in der Pilgersprache „wir hängen“) nicht aufholen. So kamen wir gegen 18.30 Uhr am Ortseingang in Niederkrüchten an. Dort empfingen uns zu unserer großen Freude zahlreiche Freunde und Pfarrangehörige.

Und meine Freundin? Sie erklärte mir schon am Freitagabend, dass sie sich im nächsten Jahr besser ausrüsten möchte, um geschwollenen Füßen vorzubeugen.
Fazit: Erfolgreich mit dem Pilgervirus angesteckt.

Und bis wir uns wiedersehen….

Tanja Bruckes – Fußpilgerin