Kevelaerwallfahrt 2019

Gnadenbild_Kevelaer (c) Kevelaer Gnadenbild
Gnadenbild_Kevelaer
Do 11. Jul 2019
Alexander Schweikert, Pfarrer

Mitten hinein in die Ferienzeit, am ersten Augustwochenende, fällt auch in diesem Jahr die Kevelaerwallfahrt der Pfarre St. Bartholomäus. Wie kam es zu diesem Ort? Vor 375 Jahren wurde das kleine Luxemburger Marienbildnis am 1. Juni 1642 in den Bildstock am Kapellenplatz eingesetzt. Dieser Tag wird zum entscheidenden, bis heute prägenden Datum der Stadt. Be-reits vor über 325 Jahren dann pilgerten zum ersten Mal Pilgerinnen und Pilger aus Niederkrüchten zum Gnadenbild.

Die Geschichte - Während des Dreißigjährigen Krieges, als Millionen Menschen durch Waffen, Hunger und Seuchen ums Leben kamen und kroatische Soldaten etwa 100 Menschen in Kevelaer töteten, hörte der Kaufmann Hendrick Busmann aus Geldern vor Weihnachten 1641 an der Weggabelung der Straßen Amsterdam-Köln und Münster-Brüssel dreimal eine Stimme: "An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen." Seine Ehefrau Mechel hatte zuvor ein gleißendes Licht gesehen, in dessen Mitte sich ein Gebetshäuschen mit einem Bildnis der Gottesmutter befand. Dieses Bildchen war ihr von zwei Soldaten zum Kauf angeboten worden. Busman beauftragte seine Frau, die Soldaten ausfindig zu machen und das Bild zu kaufen. Der Kaufmann löste sein Versprechen ein und baute im Krieg den Bildstock an jene Stelle, wo er die Stimme gehört hatte. Am 1. Juni 1642 weihte der Pfarrer von Kevelaer einen Bildstock an der Kreuzung und setzte einen Kupferstich der Gottesmutter Maria "Consolatrix Afflictorum" (Trösterin der Betrübten) von Luxemburg ein.

Die Anerkennung - Die Ereignisse von 1641 und 1642 wurden von der Synode in Venlo 1647 geprüft. Busmann schilderte den Vertretern der Synode seine Erlebnisse und bekräftigte seine Berichte durch einen Eid. Nach nur zwei Anhörungstagen erkannte die Kirche Kevelaer als Wallfahrtsort an - eine schnelle Bestätigung.

Die Wirkung - Mit der Weihe der Kapelle begann die Geschichte der Wallfahrt in Kevelaer. Bis heute zieht das Andachtsbildchen aus Luxemburg jährlich mehr als 800.000 Menschen aus den Regionen zwischen Rhein und Mosel, dem westlichen Münsterland, dem Ruhrgebiet, den Ländern Belgien, Luxemburg und den Niederlanden an - zu Fuß, mit dem Bus, im Auto, per Bahn oder mit den Motorrädern. Jährlich pilgern viele tausend Tamilen in die Marienstadt, um ihre Sorgen um den Frieden und die Familie vor die Gottesmutter zu tragen.
In diesem Jubiläumsjahr lautet das Leitwort der Wallfahrt:

„Herr, wohin sollen wir gehen?“ Joh 6.68

Dieses Wort bezieht sich auf eine Begebenheit zwischen Jesus und seinen Zuhörern im Johannesevangelium. In der Synagoge von Kafarnaum hält Jesus eine Rede, in der er sich selbst als das lebendige Brot bezeichnet, das vom Himmel gekommen ist und dass der, der von diesem Brot isst, in Ewigkeit leben wird. Viele seiner Jünger – das waren mehr als nur die 12 – so heißt es dann weiter, sagten: diese Rede ist hart; wer kann sie anhören. Darauf zogen sich viele seiner Freunde zurück. Da fragte er auch die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Und Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.

Diese Frage Jesu – Wollt auch ihr weggehen? – ist aktuell geblieben bis heute. Es ist eine Frage an das Herz jedes Christen. Was ist uns Jesus Christus und seine Botschaft wert? Bekenne ich mich auch im Alltag zu ihm? Prägt mich sein Leben und die Botschaft seines Evangeliums?

Vielleicht ist gerade der Weg nach Kevelaer eine Chance darüber neu nachzudenken; und auch über eine Antwort…..

„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“


Allen einen guten Pilgerweg!

Ihr Alexander Schweikert, Pfr.

 

Hier finden Sie die Ausschreibung unserer diesjährigen Kevelaer-Wallfahrt vom 02. bis 04. August.