Papst ruft zu weltweitem gemeinsamen Gebet gegen Corona-Pandemie auf

Papst Franziskus (c) Annett Klingner - pixabay
Papst Franziskus
Mo 23. Mär 2020
Heidi Pollmanns

In diesen "Tagen der Prüfung" sei es an der Zeit, "die Stimmen zum Himmel zu vereinen"

Papst ruft zu weltweitem gemeinsamen Gebet gegen Corona-Pandemie auf

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Der Papst hat alle Christen weltweit dazu aufgerufen, am Mittwoch um 12 Uhr gemeinsam das Vaterunser zu beten. Außerdem hat verkündet, den päpstlichen Segen Urbi et Orbi zu spenden.

Der Papst hat für Mittwoch zu einem weltweiten Vaterunser-Gebet gegen die Coronavirus-Pandemie aufgerufen. Er lade alle Christen ein, am 25. März um 12.00 Uhr mittags Gott anzurufen, sagte Franziskus nach seinem Angelusgebet am Sonntag. Die Ansprache wurde erneut aus der päpstlichen Bibliothek im Internet übertragen. Der Petersplatz ist weiter gesperrt, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

In diesen "Tagen der Prüfung" sei es an der Zeit, "die Stimmen zum Himmel zu vereinen", so der Papst. Mit der gleichen Intention kündigte er für Freitag (27. März) um 18.00 Uhr eine Andacht auf dem leeren Vorplatz des Petersdoms an. Er werde am Ende den feierlichen Segen Urbi et orbi spenden, der nur zu besonderen Gelegenheiten üblich ist. Angesichts der Pandemie bestehe so die Möglichkeit, einen vollständigen Ablass zu erhalten; darunter versteht die katholische Kirche einen Erlass von Strafen im Jenseits.

Franziskus rief die Christen auf, der Ausbreitung des Virus mit "Mitgefühl und Zärtlichkeit" zu begegnen. "Bleiben wir vereint", mahnte er am Schluss seiner Ansprache. Bereits in seiner Sonntagsfrühmesse hatte er sich der Corona-Krise gewidmet. Er sei den Familien nahe, die sich wegen der aktuellen Schutzbestimmungen nicht von ihren toten Angehören verabschieden könnten, sagte er im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. "In diesen Tagen beten wir für die Toten, Männer und Frauen, die ohne Trost allein sterben."

Über die Bedeutung des Gebets in Zeiten der Corona-Epidemie sprach das Kirchenoberhaupt kürzlich auch in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa". "Das Gebet lässt uns unsere Verletzlichkeit begreifen. Es ist der Schrei der Armen, jener, die ertrinken, die sich in Gefahr fühlen, einsam", sagte Franziskus in Bezug auf die biblische Erzählung des Seesturms. "Und in einer schwierigen, verzweifelten Situation ist es wichtig zu wissen, dass man sich am Herrn festklammern kann."

Seine Morgenmessen feiert der Papst wegen der aktuellen Krise derzeit nur im Kreis weniger Mitarbeiter. Die Feiern werden über das Internetportal "Vatican News" sowie von einzelnen italienischen Medien live übertragen. Allein auf den deutschsprachigen Online-Kanälen verfolgen bis zu 50.000 Nutzer die täglichen Sendungen. (cbr/KNA)

 

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