Weihefest der Aachener Domkirche........

Aachener Dom (c) Aachener Dom
Aachener Dom
Sa 13. Jun 2020
Heidi Pollmanns

Mitten in die Ferienzeit, am 17. Juli, fällt in diesem Jahr das Fest der Weihe unserer Bistumskirche, die Weihe des Mariendomes zu Aachen. Was ist daran wichtig? Zunächst: Diese Kirche ist ein Musterbeispiel für eine Baugeschichte, die sich über Generationen mit unterschiedlichen Baustilen hinzog.

Altar Aachener Dom (c) Aachener Dom
Altar Aachener Dom

 

Kaiser Karl der Große startete zu Beginn der neunziger Jahre des 8. Jahrhunderts eine Planung mit dem monumentalen Bau der Pfalzkirche, das Zentrum der Kirche aus einem sechzehneckigen Kapellenbau und innenliegendem Oktogon (Achteck) und einer imposanten Kuppel. In der Zeit der Gotik (13. bis 16. Jahrhundert) dann wurden die Chorhalle - aufgrund ihrer großartigen Bleiglasfenster auch das ‚Glashaus von Aachen‘ genannt - und weitere Anbauten angefügt. Zahlreiche kostbare Ausstattungsstücke geben Zeugnis davon, was dieser Dom den Menschen bedeutet - der große Leuchter, Barbarossaleuchter, in der Mitte des Oktogons. Die beiden großen Schreine - der Karlsschrein, der die Gebeine Karls des Großen bewahrt und der Marienschrein, in dem die Tuchreliquien aufbewahrt werden, (das Kleid Mariens, die Windeln Jesu, das Lendentuch Jesu und das Enthauptungstuch Johannes des Täufers) - die alle 7 Jahre zur Heiligtumsfahrt dem Schrein entnommen und zur Verehrung gezeigt werden und schließlich auch das Gnadenbild, die Marienfigur des Domes, aus dem 14 Jhr. an einem der Pfeiler des Oktogons.

(Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Aachener_Dom)

Eine besondere Anziehungskraft aber hat, in der Mitte der Kirche, der Altar mit der Goldtafel, der beim Betreten des Domes sofort ins Auge fällt. Hier wird eine noch tiefere Bedeutung sichtbar, die dieser Dom für unser Bistum, für die Kirche von Aachen hat. An diesem Altar wird sichtbar: die Kirche von Aachen lebt von der Kommunion, d.h. von der Feier der Eucharistie, der Messe oder noch einmal anders gesagt: sie lebt von der Communio, d.h. von der Gemeinschaft. Damit wird dieser Mittelpunkt des Domes auch zu einem Hinweis unserer Bestimmung als Christen, Kommunion zu leben - Gemeinschaft im Glauben mit den Menschen zu bezeugen und die gute Nachricht des Evangeliums mit dem Leben zu verkünden.

Vom Altar aus wird uns die Kommunion geschenkt. In einem kleinen Stück Brot schenkt uns Jesus Christus sein Leben, damit er in uns lebet und wir in ihm. Weil er sich uns so schenkt, werden wir eins mit ihm und untereinander. So ist dieser Dom und das, was in ihm lebt und lebendig wird, immer auch ein Mahnmal, Einheit und Einssein zu leben und sich darum zu mühen. In aller Verschiedenheit von Lebens- und Glaubensvorstellungen, brauchen wir dennoch eine Erinnerung daran, was uns zusammenhält und verbindet.

Ganz in der Nähe unseres Domes befinden sich die großen kirchlichen Hilfswerke, die dafür Sorge tragen, dass die Botschaft des Evangeliums in Wort und Tat die Menschen überall auf der Erde erreicht. Kommunion und Sendung gehören zusammen und verbinden uns, über unseren oft kleinen Horizont, mit der ganzen Welt Gottes.

Die Geschichte unserer Domkirche führt tief zu den Wurzeln unseres Glaubens und dazu, zu jeder Zeit den Glauben auszudrücken und zu suchen, was die Kirche von Aachen und die Menschendieses Bistums zusammenhält.

(Bildnachweis: Aachener Dom)